Fünen Rund mit einer X332

Fyn Rundt 2016 – Es geht auch anders!
Der Speakhugger ist Geschichte. Aber ein bisschen Segelbootwettrennen fahren muss natürlich weiter sein. So sind Thomas Zager und ich der Einladung unseres früheren x79 Skippers Matthias Nölting auf eine x332 gefolgt, um mit insgesamt 5 Mann an Bord die Fyn Rundt Regatta von Bogense aus mitzusegeln.
Wir waren der Ansicht, dass die Nummer auch kalt und nass werden könnte, also waren selbstverständlich die wasserabweisenden Polarmeerklamotten und 4 Thermoskannen dabei …
Alles anders: Ich hasse ja nichts mehr, als beim „Booteinräumen“ das ganze Gerödel bei Regen und Siff ins und vom Boot zu schleppen …. Stattdessen:  Parkplatz in Pole-Position und in Bogense am Donnerstag bestes Wetter, strahlender Sonnenschein… „cool“…
Am nächsten Tag gegen Mittag Start:  T-Shirt, Sonnenbrille und der Anblick, wenn rund 300 Boote in freudiger Erwartung bei moderaten Winden lossegeln…. „absolut cool“….
Am Start alles ruhig und gesittet .. eben Dänemark und es ging dann nach einer Flautenphase spannend gegen 9 andere x332 mit Taktik aus der Führungsposition heraus zur Sache … ach ja … hatte ich das schon gesagt? .. das war natürlich echt „supercool“ … 
Rechts herum war angesagt, so erreichten wir den Svendborg Sund nachts. Da war dann bei 1,2 Knoten Gegenstrom und Gegenwind mit 1,5 Knoten Fahrt durchs Wasser der erste und einzige aus Sicht einiger etwas „uncoole“ Punkt der Wettfahrt. Nach jeder Wende erst mal ein Stück zurücktreiben, bis wieder Fahrt im Boot war… Wie so oft auf einer Mittelstrecke hatte sich nahezu das gesamte Feld in diesem kleinen Sund wieder zusammengeschoben und so fuhren kleinere Albins einträchtig mit größeren x-en nebeneinander um die Wette.  Es war dann irgendwann gefühlt doch etwas wenig Platz aber ich habe nur ein einziges Mal von einem anderen Boot ein etwas „lauteres“ Wort gehört … eben Dänemark … und man konnte die Dinge ja  auch positiv sehen: Die Frage Anker kam nicht wirklich auf, denn wenn da einer geankert hätte und die anderen nicht, hätte das auch kompliziert werden können. 
Wir waren dann doch froh nach bald 3 Stunden ab der Sundeinfahrt immerhin Svendborg querab zu haben. Dort kam mit dem Wind der „Neustart“ und es ging zackig weiter. Südlich Svendborg raumschots mit Spi kam es dann erst mal zu wilden Hahnenkämpfen um den freien Wind in Luv. Oh ha, das war ja schon wieder so was von „….“!
Wir sind da am Ende ganz ordentlich rausgekommen und dann bei fast noch besserem Wetter um Südfünen herumgefahren. Dann ging es an die Kreuz nach Norden und es wurde schon ein wenig psychologisch, weil eine x332 von hinten gefühlt unangenehm aufkam … „Es iss wie es iss“… denn sie war mit Genoa vermessen und wir nur mit Fock. Stromtaktieren war angesagt bis endlich mehr Wind kam und wir mit furiosem Schiebestrom (ach ja… schon wieder bei strahlendem Sonnenschein) an Middelfahrt vorbei konnten. Nach einem Rechtsdreher war der Rest dann eine kurze 9 Meilenkreuz mit Wind und nach 30 Stunden waren wir wieder in Bogense.
Am nächsten Tag ging es zurück nach Gelting. Spi, Sonne, kein Tropfen ….. ups…
Ich hab was gelernt: Es kann auch mal alles anders sein, denn es gibt sie doch…
Die Mittelstrecke bei der permanent die Sonne scheint und man keinen einzigen Tropfen Wasser abbekommt !!!!  
Herzliche Grüße
Björn Carstensen

Bilder gibt es unter: http://galleri.minbaad.dk