Mit der Koller im Uhrzeigersinn um die Ostsee

Schwedische Ostküste, Hohe Küste, SW- und S-Finnland, Estland, Lettland, Bornholm

Nachdem unsere bewährte „Koller“ in den letzten sechs Jahren mit ihrem schönen runden Rumpf hauptsächlich norwegische und britische Gewässer gepflügt hatte, wollen wir mit ihr wieder einmal die Ostsee bereisen. Dazu gibt es eine drei gute Gründe. Unsere Segelfreunde Peter und Renate schwärmen von der „Hohen Küste“ in Nordschweden. Zudem weiß ich von Olli-Pekka, unserem finnischen Segelfreund, dass es dort außer einer zauberhaften Landschaft auch Surströmming gibt, eine lokale Heringsspezialität, die unbeschreiblich schmecken soll. Peter kannte das auch, aber keiner von uns hat sie je gegessen. Das, so haben wir uns im letzten Herbst fest zugesagt, soll sich 2011 ändern. Ein weiterer Grund, der für einen Ostseetörn spricht, ist ein für Juli geplantes Familientreffen in Turku, zu dem wir uns mit der finnischen Verwandtschaft und mit unseren Kindern verabredet haben. Und schlußendlich wollen wir die baltischen Staaten besuchen, die wir 1994 zum letzten Mal angelaufen hatten.

 

Bei gutem Wind aus West und schönem Wetter lösen wir – Marja, die „Admiralin“ und der Skipper -  am 1. Juni 2011 nachmittags die Leinen in Heiligenhafen und segeln durch den Sund nach Osten. Gegen Mitternacht nähern wir uns Gedser, beschließen aber weiter durch die herrlich klare Nacht zu segeln. Das neu angeschaffte AIS hilft uns den Schiffsverkehr an der Kadettrinne zu sortieren. Wir finden sogar Schiffe, die wir noch gar nicht sehen können. Kein Muss, aber eine gute Hilfe, besonders wenn die Sicht schlecht wäre. Über die Etappen Gislövs Läge, Skillinge und Simrishamn erreichen wir Hanö. Nach einer Wanderung über die schöne Insel mit dem markanten Leuchtturm, den englischen Soldatengräbern und dem großen Damwildbestand zaubert die Admiralin an Bord ein herrliches Abendessen. Was für eine Lust zu leben!!

 

Nachts fauchen Böen durch den Hafen. Am späten Vormittag ist ein kräftiger Ostwind übrig geblieben, mit dem wir gegen den Strom Richtung Kalmarsund kreuzen. Gegen Abend legt der Wind auf Ost 6 zu und die Kreuz wird mühsam und nass. Wir segeln auf eine Ankerbucht nördlich von Arpö zu und ankern dort in ruhiger Idylle. Ein Spaziergang über die einsame Insel mit ihren „wilden“ Kühen und einem Bestand an charaktervollen alten Eichen, sowie ein Bad im klaren Wasser schließen einen wunderbaren Tag ab. Beim Abtrocknen müssen noch 2 frisch eingesammelte Zecken von den Waden entfernt werden. Nur für die ist es kein lebenswerter Tag. Der nächste Morgen begrüßt uns mit umlaufenden schwachen Winden und wir müssen bis Utlängan motoren. Schließlich kommt doch noch der angesagte Wind aus SE auf und wir segeln den Kalmarsund hoch. Im Ölandshamnen in Kalmar machen wir nachts neben der „Mutafo“ von Peter und Renate fest. Zwei typgleiche „Hanseaten“ liegen nebeneinander; ein seltenes Bild. Am nächsten Tag ist Wäsche waschen angesagt und ich besorge mir eine SIM-Karte des schwedischen Providers „3“, mit der ich preisgünstig mit dem Netbook für einen Monat über UMTS aus dem Internet z.B. alles über das Wetter erfahren kann.

 

Wir sitzen in einem Tiefdruckgebiet und der Wind weiß nicht so recht was er machen soll. Immerhin, der Strom im Kalmarsund setzt mit fast 1 kn nach Norden und hilft uns vorwärts zu kommen. Das Wetter ist trübe, über Öland hört man Donnergrollen und immer wieder kommt ein Regenschauer über. In Sandvik auf Öland machen wir fest. Auch am nächsten Tag herrscht trübes regnerisches Wetter. Wir kreuzen nach N bis wir Boskaren anliegen können und machen in dem kleinen Hafen auf Idö nahe Västervik fest. In dieser schönen Umgebung sitzen wir die schwachen Winde aus NE für einen Tag aus und warten auf den angekündigten W. Als der schließlich kommt, will die Admiralin wegen der kräftigen Böen das oft recht enge Fahrwasser in den Schären meiden und hält auf das Feuer Storkläppen zu. Häradskär lassen wir Steuerbord und tauchen erst beim Feuer Sandö wieder in das Schärenfahrwasser ein. Wir machen die Koller mit Heckanker und Landleinen im schönen Naturhafen Bergholmen auf Väggö fest und genießen einen zauberhaften Abend in der märchenhaften Schärenlandschaft. Blauer Himmel mit wenigen Schäfchenwolken, rötlicher Granit und oben drauf der typische Mischwald, angenehme Temperaturen, keine Moskitos und  etwas Gutes zum Essen und Trinken. Herz, was willst du mehr!!

Ein wunderschöner sonniger Morgen. Wir legen ab und befreien unseren Heckanker von gefühlten 10 kg zähem, gut haftendem blaugrauen Lehm. Nur mit der ausgerollten Genua segeln wir bei W 5 ins offene Wasser, lassen das Feuer Kränkan an Steuerbord und segeln, oft mit Rumpfgeschwindigkeit bei herrlichem Sonnenschein zur Insel Ringsön. Unsere amerikanischen Freunde Rob und Terry waren vorgestern hier (SMS: „lovely spot“). Der schmale Zugang zur großen Ankerbucht Västerfjärden ist schnell gefunden und wir suchen uns eine passende Stelle am Fels zum Festmachen aus. Nach und nach kommen 10 weitere Yachten und bevölkern die schöne Bucht.

 

Auf dem Weg nach Nynäshamn  passieren wir den malerischen Sävsund mit der alten Lotsenstation und dem schön gelegenen Kro. Herrliches Halbwindsegeln bei  S 4. Vor der schmalen Passage südlich von Bottenholm rollen wir die Genua weg und halsen im Zick-Zack durch die felsige Enge -  ein seglerischer Genuss. In Nynäshamn gibt es viel Platz. Mit dem einsetzenden Regen kommen wir vom Einkauf in den Hafen zurück und sehen die bekannte Silhouette eines Hanseaten eindrehen. Peter und Renate machen neben uns fest. Bei einer Flasche Trollinger studieren wir das angesagte Wetter und planen die folgenden Tage gemeinsam. Nach mühsamem und spannendem Segeln mit heftigen Schauerböen und Winddrehern bleibt schließlich der Wind weg  und wir laufen unter Maschine in den schönen Naturhafen Norrviken des Svenska Kryssarklubben auf Runmarö ein. Die kommenden Tage sollen schwachwindig und regnerisch sein -  Hafentage. Wir beschließen diese Zeit nicht in der abgeschiedenen Idylle sondern in Stockholm zu verbringen. Von der fast gegenüber liegenden Marina Bullandö soll man mit dem Bus nach Stockholm kommen können. In der großen Marina (1300 Liegeplätze!) sind vor der Hafenmeisterei noch einige Plätze frei. Das Busfahren am nächsten Tag ist für uns eine Realsatire. Im Bus gibt es keine Möglichkeit ein Ticket zu kaufen und.an der Haltestelle gibt es keinen Automaten, um ein solches zu erwerben. Die zusteigenden Schweden haben entweder ein Abonnement oder sie bezahlen per Handy. Beides ist uns nicht möglich. Ein junger schwedischer Zeitgenosse lässt sich schließlich überreden und bucht über sein Handy zwei Tickets für die „Admiralin“ und für mich. Er bekommt von uns einen geschätzten Betrag in bar. Wir kommen uns hier technisch sehr rückständig vor. Am ZOB in Stockholm kaufen wir am Schalter als erstes Rückfahrtickets. Entspannt genießen wir dann die immer wieder beeindruckende Großstadt am Wasser und bummeln durch die Altstadt, durch die alte Markthalle mit den teuren Leckereien und landen schließlich im Vaasa-Museum. Abends zurück im Hafen erkennen wir sofort die „Querida“. Rob und Terry, unsere amerikanischen Freunde sind im Laufe des Nachmittags hier eingelaufen. Das Wiedersehen wird bei uns an Bord gebührend gefeiert. Die Segelfreunde möchten noch einige Tage im schönen Stockholmer Schärengarten verbringen, während die 2 Hanseaten-Crews gleich weiter nach N wollen.

„Mutafo“ und „Koller“ lassen Möja an Steuerbord und segeln durch den Blidö-Sund, vorbei an bunt gestrichenen Häusern, vorbei an feiernden Partygästen, vorbei an auf dem Steg vor dem Haus strickenden Frauen. Es ist wie Segeln auf der Dorfstrasse. Am Nordende des Blidö-Sunds treffen wir auf die Hauptfahrwasser Stockholm- Mariehamn und Kappelskär-Mariehamn und begegnen den großen Fähren von Silja, Viking Line und Finncarrier. Der Tag endet in Fejan, wo wir zunächst die einzigen Gäste sind. Das schicke Restaurant ist leider exclusiv für eine Hochzeit reserviert. Dafür gibt es auf der Mutafo herrliche Spaghetti mit Rotwein. Wir sind glücklich mit unserem Leben. Morgen soll es regnen und kräftig aus NW blasen. Kein Wetter für eine Fahrt durch den schönen Väddö-Kanal, wir legen einen Putz- und Flicktag ein.

Immer noch Regen, Regen, Regen, Schwell und Nordwind im Hafen, aber im Osten sehen wir einen Silberstreifen am Horizont. Wir legen ab und, tatsächlich, im Väddö-Kanal reißt der Himmel auf und wird zunehmend blauer. Obwohl wir im schmalen Fahrwasser mit den vorgeschriebenen 5 kn (GPS) fahren, werden wir an der zweiten Brücke darauf aufmerksam gemacht, dass wir 5 Minuten zu spät dran seien. In Schweden fährt man wirklich schneller!  Am frühen Abend sind wir bei Sonnenschein in dem kleinen privaten Gästehafen auf Raggarön fest. Wolfgang und Renate aus Strande mit ihrer „Zausel“ sind schon dort und wir genießen mitten im Tief (993 hPa) einen ruhigen sonnigen Abend in der gepflegten kleinen Anlage. Der Morgen erwartet uns mit glattem Wasser und einem zauberhaften Licht in herrlicher Landschaft. Wir brechen zeitig  auf und kreuzen den Öregrundsleden bei schwachem Wind nordwärts. Heute ist der längste Tag des Jahres. Das wird mit einem Essen in einem der gemütlichen Restaurants am Hafen von Öregrund gefeiert mit anschließendem Ausklang an Bord der Mutafo. Tolle Stimmung trotz aufdringlicher Moskitos. Nach kurzer Nacht segeln die drei Yachten mit Halbwindkurs bei einer schönen Brise quer über die Gävle-Bucht zur Insel Storjungfrun.

 

Von S verdunkelt sich der Himmel. Aufwachen im Schnürlregen. Spaziergang mit Regenschirm über die menschenleere Insel. Oben beim Leuchtturm kann eine SMS an die Kinder abgesetzt werden. Sehr eindrucksvolle alte Kapelle mit geschnitzten Tür-Graffitis aus dem 17. Jh.  Nachmittags hört der Dauerregen endlich auf. Die Koller legt ab und wir kreuzen nach Norden. Abends schläft der Wind schließlich ein und wir schieben unter Maschine weiter zur Insel Agön.  Beim Umfahren des Robbenschutzgebietes um Tihällan fällt uns in der Ferne eine schwedische Segelyacht auf, die nicht ihr Beiboot schleppt, sondern die vom geruderten Beiboot geschleppt wird. Wir nehmen die Leine vom entkräfteten Skipper über und schleppen die Yacht in die Ankerbucht von Storhamn auf Agön. Wir selbst machen an einer Boje des SXK fest. Ruhiges klares Wasser, Baden, keine Moskitos, Abendessen, ein Bier, Zufriedenheit und wohlige Bettschwere. Ein richtig gutes Leben!!

Morgens noch ein Bad im frischen Wasser und dann segeln wir gemütlich nach Norden. Am späten Nachmittag sind wir an der Hotelbrücke in Mellanfjärden fest. Es ist Mittsommernacht. Wir sind gespannt wo und wie gefeiert wird. Das Hotel bleibt geschlossen. Die Schweden feiern auf dem Campingplatz und in den Ferienwohnungen. Nach einer unerwartet ruhigen Nacht gönnen wir uns ein Festtagsfrühstück. Alles ist noch ruhig als wir aus der Bucht segeln und den ganzen Tag auf Steuerbordbug nach Norden ziehen. Der Himmel ist bedeckt und es weht ein kühler Wind aus NW. In der tief nach N eingeschnittenen Bucht Sörakersviken fällt der Heckanker und wir machen die Leinen an einzementierten Ringen fest, die gelb markiert sind und weniger ins Auge fallen als die großen Warnschilder, die eventuelle Landgänger vor „unexploded ammunition“ warnen. Jetzt bricht auch die Sonne durch und wir machen uns einen schönen Abend im Cockpit.

Bei wenig Wind bummeln wir an der Küste entlang und sehen über Land Gewitterwolken, Blitze und heftige Schauer niedergehen. Wir ziehen um Harnön herum und machen im Gästehafen von Härnösand nördlich der Nybron fest. Jetzt sind wir an unserem ersten Ziel, an der „Hohen Küste“ angekommen, einem tief gegliederten herrlichen Segelrevier, umrahmt von mäßig hohen, meist bewaldeten Bergzügen. Die Wettervorhersage meldet südliche Winde und trockenes Wetter. Tolle Rahmenbedingungen für unsere weitere Reiseplanung, aber wir haben die Qual der Wahl, uns für einige der vielen möglichen Ziele zu entscheiden. Berghamn soll unser nächster Hafen sein. Wir „cruisen“ nur mit Genua durch den Sannasund und den Storfjärden und genießen die wunderschöne Landschaft auf beiden Seiten bei Sonnenschein. Die kurze aber gut gemachte Holzpier in Berghamn ist leer. Wir sehen nur wenige, aber sehr freundliche Menschen, die unaufgeregt ihrer Arbeit nachgehen. In der Fischräucherei erstehen wir einen heiß geräucherten Lachs und freuen uns über unser schönes Leben. Auch am kommenden Tag cruisen wir nur mit der Genua. Jetzt ist Mjältön, die höchste Insel Schwedens angesagt. In der sehr geschützten Bucht Baggviken machen wir an Schwimmstegen fest und besteigen bei schönem Wetter den Gipfel (236 m). Wie Hunderte vor uns legen auch wir mitgebrachte Steine auf die Steinpyramide des Gipfels, so dass der Berg deutlich schneller als nur durch die beträchtliche Erdhebung (9 mm pro Jahr!) wächst.

 

Wir gewöhnen uns an das Cruisen mit Genua. Nach einem kurzen Segelschlag sind wir am nächsten Tag auf der schönen Insel Trysunda. Fotos des wunderschönen Hafens zieren allerlei Prospekte und nautische Unterlagen zur Hohen Küste. Wir finden reichlich Platz am gepflegten Gästesteg. Der kleine Ort begeistert uns nicht nur durch seine zauberhafte Lage. Auch alle Einrichtungen sind sehr gepflegt und sauber. Wir treffen ein älteres Ehepaar aus dem Schwarzwald, das mit dem Folkeboot unterwegs nach Haparanda ist. Beeindruckend!! Hier haben wir den nördlichsten Punkt unserer diesjährigen Segelreise erreicht.

Am nächsten Tag liegt ebenfalls nur ein kurzer Schlag an. Wir haben mit der „Mutafo“-Crew ausgemacht, dass dieser Tag der Tag des Surströming-Essens ist. Das wollen wir in Ulvöhamn auf Ulvön zelebrieren. Die „Mutafo“ liegt schon im Kommunalhafen. Die zwei Crews finden sich im Restaurant Brygga ein. Der Koch zeigt uns wie man die fermentierten Heringe zerlegt und mit was und wie man sie verspeist.

 

Das ganze Lokal nimmt lebhaften Anteil an unserem Mahl. Wir müssen das wahrscheinlich noch mehrmals essen um auf den Geschmack zu kommen. Zurück im Hafen finden wir die „Zausel“ vor und haben einen sehr lustigen und langen Abend auf der Comfortina. Der Wetterbericht verheißt uns für übermorgen und die kommenden Tage nördliche Winde in Sturmstärke. Das ist kein Wetter für uns um den Bottnischen Meerbusen nach Finnland zu queren. Wir wollen uns noch etwas an der Höga Kusten aufhalten und besseres Wetter abwarten. Die „Mutafo“ segelt nach Trysunda, die „Zausel“ bleibt noch in Ulvöhamn und wir segeln „um die Ecke“ nach Norrfällsviken, von wo die „Querida“ sich gemeldet hat. Die amerikanische Yacht liegt im NW-Teil der Bucht vor Anker und wir machen längsseits an ihr fest. Terry hat eine kräftige Kartoffelsuppe vorbereitet und wir haben den passenden Rotwein dazu. Spät am Abend verholen wir an den Steg, bunkern Wasser und schließen uns an den Landstrom an.

Unter Genua sind wir aus der Bucht gesegelt und bei unangenehmem Schwell raumschots nach Barstahamn gesegelt. Dieser Hafen scheint uns geeignet auf bessere Verhältnisse für die Querung nach Finnland zu warten, weil er hinter Inseln und in Lee eines Bergrückens liegt. Das Wetter ändert sich schneller als erwartet. Schon in der Nacht zu übermorgen soll der Wind auf NE 5-6 zurückgehen, zwei Tage später soll allerdings Flaute sein. Wir nutzen die Wartezeit und machen ausgedehnte Spaziergänge an der Küste entlang.

Noch im Hafen wird das einfach gereffte Groß geheißt und wir laufen nach S aus der Bucht. Im freien Wasser nehmen wir Kurs auf Rauma in Finnland. Mit der zusätzlich ausgerollten Genua läuft die gute „Koller“ konstant Rumpfgeschwindigkeit bis zum frühen Abend. Dann wird der Wind etwas schwächer, wir reffen aus. Ein Schwell aus Ost überlagert sich den gewohnten Wellenfronten. Die Koller rollt in der See. Sehr wenig Schiffsverkehr. Endlich setzt sich ein unerwarteter guter Ostwind durch und das Segeln macht wieder Spaß. Am Morgen setzt Nebelnässen ein und Skippers Brille beschlägt ständig. Schließlich ist der Wind weg und wir motoren durch die Fahrwasser in den Gästehafen, der weit außerhalb des Stadtzentrums liegt. 24 Stunden haben wir  für die 145 sm von Barstahamn nach Rauma inklusive Ablegen und Anlegen gebraucht. Wir stellen unsere Uhren auf finnische Sommerzeit um, wandern in das ca. 3 km entfernte Stadtzentrum und besuchen die als Unesco-Weltkulturerbe ausgezeichnete Altstadt.

Von wegen Flaute. Am nächsten Tag segeln wir mit achterlichem Wind flott durch die betonnten Fahrwasser nach Uusikaupunki. Der Himmel wird zunehmend blau und als wir im Hafen bei Pakkahuone festmachen scheint die Sonne. Es ist Mittwoch und es ist Markt und es gibt die bekannt aromatischen finnischen Sommererdbeeren und es gibt Tango und andere Musik. Oh, welche Lust zu leben!!

Bei NW 2-3 reicht es uns nur bis Iniö-Bruddalsviken, einem neu angelegten Hafen von dessen Existenz wir nur aus einer finnischen Hafenbroschüre erfahren hatten. Hier finden wir ausreichend Wassertiefe, Strom, Diesel, Wasser und ein gutes Thai-Restaurant. Auch der nächste Tag ist sonnig und mit S 3 für „comfort sailing“ wie geschaffen. Wir kreuzen durch die unterschiedlich breiten Fahrwasser zwischen den Schäreninseln Richtung Turku. Recht viele Yachten sind unterwegs und wir können uns immer wieder mit einer messen, bis die schließlich hinter einer der vielen Inseln verschwindet. In Tammisto auf Hirvensalo vor Turku erwartet uns Urpo, mein Schwager. Er hat ein spezielles Willkommen-Abendessen bereits mitgebracht: seine phänomenale Lachsmousse. Wieder Sommer in Finnland, wir sind glücklich!! Die folgenden 8 Hafentage verbringen wir mit unseren angereisten Kindern und finnischen Verwandten samt deren Familien, sowie unseren amerikanischen Freunden von der „Querida“ in Turku und auf den nahen Schären.

 

Bei schwacher Brise aus SW kreuzen wir mit unserem Sohn, der uns bis Helsinki begleiten will, die Airisto-See nach S. Der Wind wird weniger, es geht kaum noch vorwärts. Am frühen Abend fällt unser Anker in der geschützten Jermoviken-Bucht. Den kommenden Tag verbringen wir vor Anker weil ein kräftiger Wind aus SE – unserem Kurs – angesagt ist und das sichere Fahrwasser eng ist. Nach einem morgendlichen Bad müssen wir den Anker mit der Maschine aus dem zähen grauen Lehmboden brechen. Bei bedecktem Himmel kreuzt die „Koller“ durch die Inseln und Steine des Gullkronafjärds nach S. Heute sind auffallend viele Yachten unterwegs. Südlich von Langholmen werden die Inseln kleiner und kahler. Aus vielen Buchten lugen Mastspitzen über den Bäumen hervor. Vor Hanko bootet ein kleineres luxuriöses Kreuzfahrtschiff seine Gäste aus. Wir machen im Itäsatama-Hafen fest. Der Segelmacher holt unsere beschädigte Genua ab und will sie in der Filiale in Helsinki reparieren, wo wir sie am kommenden Wochenende abholen können. Wir verlassen den Hafen durch die SE-Einfahrt und legen Kurs nach Ost. Bei der sehr spannenden Kreuz zwischen Inseln, Steinen, Fahrwasser-Tonnen und Kummeli (steinerne Landmarken) sind der Plotter und die guten Rudergänger eine große Hilfe. Abends in Jussarö sind alle Plätze am Steg  besetzt. Wir machen vor Heckanker mit Landleinen an der S-Seite der Nordinsel fest. Das Wasser ist sauber, es lädt zum Bade. In der Nacht zieht eine heftige Gewitterfront durch, trotzdem haben wir gut geschlafen. Wir kreuzen weiter nach Ost. Am Nachmittag schließlich reißt der Himmel auf, wir werfen wieder Schatten beim Kreuzen hoch am Wind. Unser Sohn findet den Tag toll, der Admiralin ist er zu „schräg“. Porkkala erkennen wir schon von weitem an den vielen Antennen über den Baumkronen. Wir machen im Gästehafen Dragesviken fest. Der finnischen Yacht, mit der wir uns ein feines Kreuzduell geliefert haben rufen wir ein Kompliment hinüber und machen uns einen schönen Abend.

Auch am folgenden Tag gibt es eine spannende Kreuz aber jetzt um meist blanke Felsinseln und Steine in Richtung Helsinki. Über das Fahrwasser nördlich von Suomenlinna steuern wir unseren Lieblingshafen Valkosaari auf der Insel mit dem 111 Jahre alten weißen Klubhaus und dem grünen Dach mitten im Hafen an.

 

Wir freuen uns wieder in dieser gepflegten traditionsbewusst geführten Anlage des Nyländska Jaktklubben zu sein. Die folgenden 3 Tage bis zum Abflug unseres Sohnes werden zum Segel austauschen, zu Stadtbesichtigungen und Wanderungen genutzt. Der Schwager holt uns zu einem Besuch von Hvitträsk ab, dem ehemaligen Wohnhaus der finnischen Architekturlegende Eliel Saarinen.

Wir nehmen Abschied von Roland, Valkosaari, Helsinki sowie vom Segeln in Schärengewässern und sind gespannt was uns in Estland erwartet. Estland gehört auch zu den Unterzeichnern des Schengen-Abkommens, also sollte die früher übliche Einklarierungsprozedur wegfallen, zudem gilt seit einem halben Jahr dort auch der Euro. Es soll also alles viel einfacher als früher sein. Tallinn wollen wir dieses Mal nicht besuchen und steuern stattdessen das ca. 25 sm westlicher gelegene Louhusalu an. Auf der Hauptschiffahrtsroute im Finnischen Meerbusen ist nur mäßiger Verkehr. Wir sehen große Spezialschiffe, die die North Stream Gas Pipeline verlegen und die ständig über Sprechfunk mitteilen, dass sie weiträumig zu umfahren sind. Bei SE-E 5 ist es eine schnelle Passage und wir können am späten Nachmittag den ersten estnischen Hafen erreichen. Der Hafenmeister nimmt die Leinen an und legt uns längsseits an die Kaimauer, sämtliche Fender sind im Einsatz. Im sehr modernen und gepflegten Restaurant ist Musik und Tanz. Im Hafen, wie überall in Estland ist freier Internet-Zugang. Wir suchen uns die Busverbindung nach Tartu für den folgenden Tag heraus. Es wird eine ca. 4 stündige Busfahrt mit Umsteigen in Tallinn über gute Strassen, vorbei an bestellten Äckern und viel Wald bis wir in der alten Universitätsstadt sind. Es ist sehr warm, ca. 30° C und windstill. Nach der Quartiersuche bummeln wir durch die schöne und gepflegte Stadt und durch den großartig gestalteten botanischen Garten und finden uns schließlich pünktlich um 17:00 zum Stadtspaziergang mit unserer Führerin am Rathaus ein. Wir sind die einzigen Teilnehmer. Es wird für uns eine unvergessliche Stadtführung – einer der Höhepunkte der Reise -, bei der wir auch viel über Land, Leute, die Politik in Estland und die Umstände der friedlichen Revolution erfahren. Erst am nächsten Morgen gehen wir auseinander mit dem Versprechen uns wieder zu treffen und das eine oder andere Musikfestival gemeinsam zu besuchen.

 

Am nächsten Tag schauen wir noch in die berühmte Alma Mater von Tartu, die von Gustav Adolf II gegründet wurde und die heute wieder einen guten Ruf genießt. Zurück in Lohusalu erholen wir uns vom Pflastertreten in heißen Städten und unbequemen Busfahrten.

Bei anfänglich leichten Winden segeln wir Richtung Rigaer Bucht. Dort kommt wieder mehr Wind auf unter sehr dunklem Himmel. Am frühen Nachmittag rauschen die ersten Schauerböen über uns weg. In der engen ausgebaggerten Fahrrinne vor Haapsalu steht uns steifer Wind direkt auf die Nase und es schüttet wie aus Kübeln. An Kreuzen ist nicht zu denken. Wir bergen die Segel und schieben mit Maschine in den Hafen. Bei immer noch starkem Regen machen wir am Steg der Grand Holm Marina fest. Am nächsten Tag können wir bei NE 4 die Fahrwasser durch die Flachs auf direktem Kurs durchsegeln. Nördlich der Fährverbindung Virtsu-Muhu kommt uns ein Patrouillenboot mit sehr langsamer Fahrt entgegen. Es bringt bei unserer Annäherung ein Schlauchboot zu Wasser und zwei dunkel uniformierte Männer besuchen uns. Die Admiralin muss eine Crewliste ausfüllen und die Schiffsdaten eintragen. Der Truppführer spricht gut Deutsch mit fränkischer Färbung. Er ist beim Bundesgrenzschutz in Schweinfurt etc. geschult worden. Wir bekommen noch aktuelle Informationen zu anlaufbaren Häfen, dann fängt es auch schon an zu gewittern und zu regnen. Die Esten kehren zurück zum Patrouillenboot und verschwinden im Regengrau. Es frischt auf und wir kreuzen gegen SW 5-6 und zunehmende nasse steile Welle bis wir nach Lounaranna abfallen können. Entlang der von den Uniformierten beschriebenen neuen Ansteuerungstonnen fahren wir in den neu ausgebauten Hafen. Der Hafenmeister nimmt die Leinen entgegen, weist uns kurz ein und verschwindet wieder, weil er an diesem Freitagabend noch eine Open-Air-Volksmusik- und Tanzveranstaltung auf einem richtig urigen, hölzernenn Tanzboden organisiert. Wir seien herzlich eingeladen und zum Essen gäbe es auch etwas. Kurz gesagt, es wird eine tolle und begeisternde Live-Music-Nacht mit Akkordeon, Violine, Bass, Gitarre und Gesang und mit Tanzgruppen. Gerne kommen wir wieder und besuchen dann auch die tolle Sauna die der Hafenmeister gebaut hat und die unsere finnischen Stegnachbarn rühmen. Jetzt motoren wir aber nach Kuressaare. Es ist schwül-warm, richtige Gewitterstimmung. Am Nachmittag erreichen wir die lange, ausgebaggerte Fahrrinne zum Hafen. Möwen, Schwäne, Enten, Dohlen und andere Vögel nisten auf dem mittlerweile bewachsenen Aushub beiderseits der ca. 20 m breiten Rinne. Im Hafen erwartet uns der Hafenmeister und nimmt die Leinen an. Einen Bummel durch die hübsche und betriebsame historische Kleinstadt machen wir gerne wieder.

Wir nützen den N 5-6 und segeln nach SW aus dem Rigaer Meerbusen. Der Strom geht mit uns, so dass wir am Ende des Tages 5 sm weniger auf der Logge haben als es der abgesteckten Strecke entspricht. In der Irbenstrasse überlagern sich die aus NNE anlaufenden Wellensysteme mit denen aus NNW. Immer wieder bilden sich 3-4 größere Wellen hintereinander und bringen die Koller bei fast achterlichem Wind tüchtig ins Rollen. Besonders in der Ansteuerung von Ventspils müssen wir uns an der weit überholenden Koller gut festhalten. Im Vorhafen ist der Schwell vorbei. Wir bergen die Segel und fahren in den alten Fischereihafen ein, in dem ein mit blauer Flagge ausgezeichneter Sportboothafen sein soll. Ungefähr 5 Yachten liegen vor Heckbojen. Wir sehen welche mit aufgebogenen und welche mit verbogenen Festmacheösen, aber auch noch eine intakte Heckboje, an der wir festmachen. Vom Bugkorb geht es recht hoch auf die alte Hafenpier.

 

Als die Koller fest ist, kommt einer der Hafenbediensteten und sagt uns, wo wir uns zum Bezahlen einfinden sollten. Wir bezahlen für die Koller und für 2 Besatzungsmitglieder 13 LVL(„Lati“), also ca. 20 Euro für recht dürftige Sanitär- und Hafenanlagen und fragen uns außerdem, wie der Hafen zur blauen Europaflagge gekommen ist. Ein Spaziergang durch die süßlich nach Erdöl riechende Stadt mit meist ungepflegter Bausubstanz kann uns mit Ventspils nicht versöhnen. Am frühen Morgen verlassen wir die Stadt, in der 11 % des russischen Erdölexports verladen werden. Der Wind aus NNE nimmt auf 6 (7-8) Bft. zu und wir rauschen nach Süden Richtung Liepaja. Unsere Starkwindhalsen klappen vorzüglich und wir freuen uns an den Surfs in den größer werdenden Wellen, bei denen die Koller auch mal die 12 kn-Marke überschreitet. Im geräumigen Vorhafen von Liepaja ist nur noch eine kleine Windsee, bei der wir die Segel leicht bergen können. Riesige Holzstapel türmen sich auf den Piers im Hafen, es riecht angenehm nach Holz. Wir fahren den Fluss-Kanal hoch, passieren eine ganze Reihe Marineschiffe und machen an den Schwimmstegen des Gästehafens längseits fest. Der junge hilfsbereite Hafenmeister stellt sich vor. Von ihm erfahren wir nicht nur das Wesentliche, sondern auch wo man die einheimische Spezialität „Liepaja´s Mencini“ essen und das einheimische Bier „Tervesas“ trinken sollte. Der Spaziergang vor und nach dem Essen zeigt uns eine Stadt, an der seit unserem letzten Besuch sehr viel geschehen ist, besonders eindrucksvoll die Renovierung von Häusern in der lettischen Ausprägung des Jugendstils. Auf den Straßen ist Leben und wir finden das nette Restaurant, in dem wir Mencini essen können.

Die Admiralin und der Skipper beschließen die derzeit nördlichen, später auf Ost drehenden Winde zu nutzen und in einem langen Schlag direkt Bornholm anzulegen, bevor der Wind typischerweise wieder auf West dreht. Im Winterhafen setzen wir das Groß und passieren das letzte Wrack im Außenhafen, das auch bald verschwinden soll. Wir erinnern uns an 1994, wo der größte Teil des Außenhafens wegen  versenkter Schiffe unbefahrbar war. Auf angenehmem Halbwindkurs geht es Richtung Bornholm. Entgegen der Vorhersage wird der Wind nachts schwächer. Nach nur 9 sm in 4 Stunden sind wir des Wartens auf Wind überdrüssig und fahren mit Maschine durch die sternenklare Nacht. Insgesamt sehen wir die Lichter von gerade mal 3 Schiffen. Mit dem Morgen kommt Wind aus Ost auf und wir können wieder segeln. Die zweite Nacht auf See beginnt  mit einem wunderschönen Sonnenuntergang in dramatischen Farben. Der Wind legt wie vorhergesagt auf E 5 zu. Wir rollen die Genua weg und machen mit dem Groß alleine in der zunehmend gröberen Welle gute Fahrt. Das Rudergehen ist anstrengend. Die Koller rollt mächtig, so dass sich die Freiwache zwischen zwei zusammengerollten Decken verkeilen muss, um nicht aus der Koje zu fallen. Die mit heißem Wasser zubereiteten Fertigsuppen aus der Pantry sind eine wohltuende und nahrhafte Erfrischung. Marja meint ohne den wunderschönen Sternenhimmel wäre es einfach nur eine grauenhafte Nachtfahrt. Im Nordosten wird es langsam hell und uns wird ein herrlicher Sonnenaufgang vorgeführt. Langsam schält sich die Küste Bornholms aus dem Dunst und schließlich sehen wir Christiansö. Der Verkehr wird zunehmend dichter, auch viele Yachten sind unterwegs. Das Wasser ist wieder klar, nachdem wir in der südlichen Ostsee durch „blühende Algenfelder“ gesegelt sind. Wir segeln um Hammerodde herum und machen mittags in Hasle auf Bornholm fest. Abends gibt es bei der Räucherei südlich des Hafens ein Fisch- und Grill-Büffet und fetzige Country- / Blue Grass-Musik live. Wir lassen es uns richtig gut gehen und genießen den Abend. So toll kann Fahrtensegeln sein!!

Auf der Wetterkarte sehen wir, dass sich ein umfangreiches Tief von Südostengland nähert und bereits in der Nacht zu übermorgen starke Winde aus W mit Schauer- und Gewitterböen zu erwarten sind. Wir beschließen nach Saßnitz und von dort durch die Boddengewässer zu segeln und die angekündigten Sturmtage in Stralsund abzuwettern. Auf Steuerbordbug segeln wir flott nach SW. Gegen 15:00 schlägt der Wind innerhalb von 10 Minuten von SE auf W 4 um. Das haben wir noch nicht erlebt. Einziges Anzeichen war eine kleine etwas dunklere Wolke direkt über uns. Am frühen Abend machen wir bei Nieselwetter an der Außenmole an Heckpfählen fest. Der geplante Hafenausbau mit Schwimmbrücken wurde wieder rückgängig gemacht, weil sie zu schwach dimensioniert waren. Somit waren die Wege zu den nachts auch noch geschlossenen Sanitäreinrichtungen stolze 1 km weit. Die Stadt hat sich seit unserem letzten Besuch toll herausgemacht mit schönen Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und beeindruckender Promenade.

Um 17:20 öffnet die Ziegelgrabenbrücke, dann wollen wir durch. Draußen ist kein Wind und alles trüb, grau und dunstig. Erst ab Fahrwasser Thiesow können wir segeln. Mit E 5 und Schiebestrom sind wir zu schnell und ankern westlich der Halbinsel Devin bis wir schließlich im großen Pulk durch die geöffnete Brücke dürfen. Schon bei der Brückenpassage entlädt sich ein riesiger Wolkenbruch mit Gewitter. Innerhalb von einer Stunde fällt das Barometer um 5 hPa. Die nächsten 5 Tage zieht ein Tief mit Starkwind/Sturm aus West durch das Seegebiet zwischen Fehmarn und Rügen. Wir nützen die Zeit und besuchen sehr viele der kulturellen Einrichtungen in der richtig schön wieder hergerichteten alten Hansestadt. Über den Hafen brausen immer wieder Sturm und Regenböen, Wasser spritzt an der Nordmole hoch. Wir lassen es uns gut gehen und sind glücklich die richtige Entscheidung bzgl. des Abwetterns getroffen zu haben.

Schließlich legt sich der Wind und wir können bei schlechter Sicht zusammen mit vielen Yachten vor und hinter uns durch das ausgetonnte Fahrwasser des Strelasunds nach Norden motoren. Am späten Vormittag kommt dann Wind aus NE auf und wir können tief vor dem Wind Kühlungsborn unter Segel anlegen. Fast alle anderen Yachten fahren nach Rostock/Warnemünde, wo heute die Hanse Sail beginnt. Auch Kühlungsborn hat sich touristisch weiterentwickelt. Wir genießen das Bummeln durch die belebte Stadt, fragen uns aber, ob der Riviera-Stil an die Ostsee passt. Unausweichlich beginnt unser letzter Reisetag. Nach einigen mühsamen Versuchen bei schwachem Wind zu segeln geben wir auf und bemühen die Maschine um durch den Fehmarnsund nach Heiligenhafen, nach Hause zu kommen. Dietrich, und später Christa und Jost empfangen uns traditionell mit selbstgebackenem Pflaumenkuchen mit Sahne. Andere Klubkameraden setzen sich dazu. Es ist schön wieder zuhause zu sein. Mannschaft und Boot sind gesund und wohlbehalten zurück und haben viel Spannendes und Interessantes erfahren dürfen, von dem sie einen ganzen Winter zehren können.

 

Marja und Rainer Haag